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Die Wasserlinse ist eine monokotyle, angiosperme Wasserpflanze. Sie gehört in die Unterklasse der Arecidae, wo man sie den Arales zuordnet. Sie steht somit in Verwandtschaft zu Palmen und Aronstabgewächsen. Desweiteren spricht man ihr, wenn auch in geringem Maß, Ähnlichkeiten mit der Ordnung der Poales zu. Zur Ordnung der Poales zählen fast alle Nutzgetreide. Diese Verwandtschaft zeichnet sich durch das Keimen mit nur einem Keimblatt aus. Die Monokotyledoneae sind, wie die Dicotyledoneae, Angiospermae und haben sich phylogenetisch vor ca. 100 Millionen Jahren (obere Kreide) voneinander getrennt. Die Lemnaceae sind fast weltweit verbreitet. Die Wasserlinse ist gekennzeichnet durch:
Weberlin und Schwantes (1979) definieren die Blattstrukturen oder auch Fronds als "... im vorderen Teil einem Blatt, im hinteren einem rückgebildeten Achsenkörper" entsprechend. Rohweder (1983) nennt sie schlicht "Sproßglieder". In unseren Breiten werden von Lemnaceen fast nie Blüten gebildet. Werden Blüten gebildet, so erfolgt ihre Bestäubung höchstwahrscheinlich durch Fliegen. Die unscheinbaren Früchte werden vom Wasser verbreitet. Dudley (1981) hat die Zusammensetzung, das Wachstum und die Nutzung von mehreren Lemnaceen Arten untersucht und hat folgende Ergebnisse zusammengetragen:
'
Matthias Eberius Der
Simulation verschiedener Wasserlinsenteste lag die Frage zugrunde, inwieweit
sich der über Biomasseintegral und Biomassezuwachs ermittelte G-Wert
ändert, wenn bei konstanter Hemmung der Wachstumsrate (willkürlich gewählter
Fixpunkt 20 % Hemmung der Wachstumsrate bei Verdünnungsstufe 512),
die absolute Wachstumsrate der Kontrolle und der Steilheit der Konzentrations-Wirkungsbeziehung
sich verändert.Die absolute Wachstumsrate der Kontrolle wird in Biotestnormen
nur durch Minimalwerte begrenzt, die Steilheit der Konzentrations-Wirkungsbeziehung
ist probenspezifisch, also gar nicht normierbar. Um ein Gefühl für
die Größe der Effekte für Bioteste mit exponentiellem Wachstum zu bekommen,
wurden sowohl typische absolute Wachstumsraten des Algenteste als auch
des Wasserlinsenteste eingesetzt. Als Randbedingungen dieser numerischen
Simulation wurde strikt exponentielles Wachstum und eine log-lineare
Konzentrations-Wirkungsbeziehung der Wachstumsrate angenommen. Derartige
annähernd log-lineare Beziehungen wurden bei Wasserlinsen für die Konzentrations-Wirkungsbeziehung
der Wachstumsrate öfter beobachtet, das Modell kann aber auch auf eine
sigmoide Beziehung erweitert werden. Um die verschiedenen Testszenarien
vergleichbar zu machen und möglichst große Bereiche der Konzentrations-Wirkungsbeziehung
abzudecken, wurde für eine 20 %ige Hemmung der Wachstumsrate für G =
512 festgelegt, d. h. der G-Wert aller Proben ist 768. Eine 20 %ige
Hemmung der Wachstumsrate entspricht je nach absoluter Wachstumsrate
der Kontrolle einer 37 bis 44 %igen Hemmung der Endwerte (final biomass).
Der hohe G-Wert hat keinen Einfluß auf das zu erzielende Ergebnis, da
es dort immer nur relative Differenzen zwischen G-Stufen geht, die unabhängig
vom Absolutwert der G-Stufe bzw. der Konzentration immer gleich bleiben.
Für die Steilheit der Konzentrations-Wirkungsbeziehung wurden 4 Fälle
aus realen Versuchen abstrahiert. So entspricht das Szenario „steil“
der Steigung in einem Test mit Dichlorphenol, „mittel“, einem Test mit
Trifluralin, „flach“ einem Test mit Kaliumdichromat und das Szenario
„sehr flach“ einem Test mit einer Umweltprobe. Die letzteren Daten wurden
freundlicherweise von Frau Vietoris (LUA NW) zur Verfügung gestellt.
Bei den Wachstumsraten der Wasserlinsen (Testdauer 7 Tage) wurde der
minimale nach OECD valide Wert von 0,275 d-1 , ein mittlerer
Wert von 0,325 d-1 und eine hohe Wachstumsrate von 0,375
d-1 verwendet. Aus Vergleichsgründen wurden auch Daten für
den dreitägigen Algentest mit der minimalen validen absoluten Wachstumsrate
0,9 d-1 und der hohen aber noch erreichbaren absoluten Wachstumsrate
von 1,9 d-1 mitberechnet. Dies soll nur demonstrieren, daß
die hier diskutierte Problematik kein Spezialfall des Wasserlinsenteste
ist, sondern genauso beim umfassend genormten und zur Feststellung von
G-Stufen häufig eingesetzten Algentest auftreten kann. Die Graphiken
dienen der Darstellung der Konzentrations-Wirkungsbeziehungen nach Umrechnung
der Verdünnungsstufen in Volumenanteile. In den Tabellen zu jedem Szenario
sind jeweils die Felder dick umrandet, die der ersten Verdünnungsstufe
entsprechen, bei der die nach der in der ersten Spalte angegebenen Methode
und absoluten Wachstumsrate der Kontrolle berechneten Hemmwerte erstmals
die 20 % Marke unterschreiten. Die fettgrdruckte Zahl in der Zeile „Rate
alle“ ist als Orientierungspunkt der 20 %ige Hemmwert der Wachstumsrate;
kursiv/unterstrichen ist der erste Hemmwert der Wachstumsrate, der die
10 % Marke unterschreitet.Die angegebenen Wachstumsrate 0,275, 0,325
und 0,375 beziehen sich auf den Wasserlinsentest mit 7 Tagen, die Werte
0,9 und 1,9 jeweils auf den Algentest mit 3 Tagen Dauer.
Für
das Szenario „mittel“ liegen die aus der Hemmung von Endwert und Integral
ermittelten G-Werte für die Wasserlinsen und die niedrige Algenwachstumsrate
um eine Stufe, für die hohe absolute Wachstumsrate der Algen schon
um 2 Stufen unterhalb der mit der Hemmung der Wachstumsrate ermittelten
G-Werte. Die Berechnungsmethode beginnt also, Einfluß auf das Ergebnis
auszuüben. Hier zeichnet sich schon bei einem Wert ab, daß das Biomasseintegral
trotz strikt exponentiellen Wachstums generell zu etwas niedrigen G-Werten
führt als der Biomassezuwachs.Die angegebenen Wachstumsrate 0,275, 0,325
und 0,375 beziehen sich auf den Wasserlinsentest mit 7 Tagen, die Werte
0,9 und 1,9 jeweils auf den Algentest mit 3 Tagen Dauer.
Die
Graphiken dienen der Darstellung der Konzentrations-Wirkungsbeziehungen
nach Umrechnung der Verdünnungsstufen in Volumenanteile. In den Tabellen
zu jedem Szenario sind jeweils die Felder dick umrandet, die der ersten
Verdünnungsstufe entsprechen, bei der die nach der in der ersten Spalte
angegebenen Methode und absoluten Wachstumsrate der Kontrolle berechneten
Hemmwerte erstmals die 20 % Marke unterschreiten. Die fettgrdruckte
Zahl in der Zeile „Rate alle“ ist als Orientierungspunkt der 20 %ige
Hemmwert der Wachstumsrate; kursiv/unterstrichen ist der erste Hemmwert
der Wachstumsrate, der die 10 % Marke unterschreitet. Die angegebenen
Wachstumsrate 0,275, 0,325 und 0,375 beziehen sich auf den Wasserlinsentest
mit 7 Tagen, die Werte 0,9 und 1,9 jeweils auf den Algentest mit 3 Tagen
Dauer. Auch für das Szenario „flach“ zeigt sich, daß die G-Stufe der
Hemmung der Wachstumsrate um 1 oder 2 Stufen von den über Integral
und Endwert ermittelten Stufen abweicht. Bei den Wasserlinsen kann durch
Minimierung der absoluten Wachstumsrate in den Grenzen der OECD-Norm
(µ mindestens 0,275 d-1) und/oder die Berechnung der Hemmung
aus dem Integral die G-Stufe um eine Einheit verkleinert werden. Durch
die grobe Rasterung des Verdünnungsschemas treten bei den hier gewählten
Parametern bei den Algen trotz stark unterschiedlicher absoluter Wachstumsraten
keine Verschiebungen der G-Stufen auf. Die Zahlenwerte in der Tabelle
zeigen jedoch, daß dies kein genereller Zustand ist, da die Hemmwerte
für µ=1,9 d-1 fast doppelt so hoch sind wie die für µ= 0,9
d-1, aber bei der Verdünnungsstufe 1024 zumindest knapp immer
über 20 % liegen.
Die
Graphiken dienen der Darstellung der Konzentrations-Wirkungsbeziehungen
nach Umrechnung der Verdünnungsstufen in Volumenanteile. In den Tabellen
zu jedem Szenario sind jeweils die Felder dick umrandet, die der ersten
Verdünnungsstufe entsprechen, bei der die nach der in der ersten Spalte
angegebenen Methode und absoluten Wachstumsrate der Kontrolle berechneten
Hemmwerte erstmals die 20 % Marke unterschreiten. Die fettgrdruckte
Zahl in der Zeile „Rate alle“ ist als Orientierungspunkt der 20 %ige
Hemmwert der Wachstumsrate; kursiv/unterstrichen ist der erste Hemmwert
der Wachstumsrate, der die 10 % Marke unterschreitet. Die angegebenen
Wachstumsrate 0,275, 0,325 und 0,375 beziehen sich auf den Wasserlinsentest
mit 7 Tagen, die Werte 0,9 und 1,9 jeweils auf den Algentest mit 3 Tagen
Dauer. Beim Szenario „sehr flach“ streuen die G-Werte sowohl für Algen als auch für Wasserlinsen über jeweils 2 Stufen in Abhängigkeit von der absoluten Wachstumsrate und der Auswertungsmethode Integral oder Endwert. Hohe Wachstumsraten erhöhen bei beiden Teste die G-Stufe um 1 bis 2 je nach Auswertungsparameter (Endwert bzw. Integral) Die Wasserlinsen erscheinen dabei aufgrund der Mathematik (Nichtberücksichtigung der absoluten Wachtumsrate und der Testdauer in den Formeln beider Methoden) um 2 Verdünnungsstufen ( Faktor 2) „unempfindlicher“ als die Algen. Die G-Stufe der Hemmung der Wachstumsrate liegt um 4 – 7 G-Stufen niedriger!
Die Graphiken dienen der Darstellung der Konzentrations-Wirkungsbeziehungen
nach Umrechnung der Verdünnungsstufen in Volumenanteile. In den Tabellen
zu jedem Szenario sind jeweils die Felder dick umrandet, die der ersten
Verdünnungsstufe entsprechen, bei der die nach der in der ersten Spalte
angegebenen Methode und absoluten Wachstumsrate der Kontrolle berechneten
Hemmwerte erstmals die 20 % Marke unterschreiten. Die fettgrdruckte
Zahl in der Zeile „Rate alle“ ist als Orientierungspunkt der 20 %ige
Hemmwert der Wachstumsrate; kursiv/unterstrichen ist der erste Hemmwert
der Wachstumsrate, der die 10 % Marke unterschreitet.Die angegebenen Wachstumsrate 0,275, 0,325 und 0,375
beziehen sich auf den Wasserlinsentest mit 7 Tagen, die Werte 0,9 und
1,9 jeweils auf den Algentest mit 3 Tagen Dauer. Zusammenfassung
und DiskussionDie durch Normen erlaubten und praktisch möglichen Unterschiede
bei den absoluten Wachstumsraten und die Wahl zwischen Biomasseintegral
und Zuwachs als Berechnungsgrundlage führen auch in Extremfällen zu
maximal 2 G-Stufen Veränderung innerhalb eines Testsystems. Dies kann
auf Einleitungserlaubnis und Abwasserabgaben erhebliche Effekte haben,
wenn die Berechnungsmethoden und absoluten Wachstumsraten nicht sorgfältig
in die Normen integriert werden.Im Extremfall (sehr flache Konzentrations-Wirkungsbeziehung
, maximale gegen minimale absolute Wachstumsraten der Kontrollen) führen
die Unterschiede der absoluten Wachstumsrate dazu, daß für die gleiche
Hemmung der Wachstumsrate 4 G-Stufen „Empfindlichkeitsdifferenz“ zwischen
Algen und Wasserlinsen liegen. Direkte Vergleiche der „Empfindlichkeit“
beider Systeme sind folglich auf der Basis von Biomasseintegral und
Endwert nicht zulässig. Die Auswertung über die Wachstumsrate setzt
dagegen, wenn die Toxizitätseinstufungen konstant bleiben sollen, statt
einer 20 %igen Hemmung des Biomasseintegrals eine etwa 8 – 10 %ige
Hemmung der Wachstumsrate für Wasserlinsen und eine 4 – 6 %ige Hemmung
für Algen voraus. Für die weitere Bewertung der Relevanz dieser Simulation
sollten mehr Daten über die Steilheit der Konzentrations-Wirkungsbeziehung
für Umweltproben gesammelt und das in der Simulation zugrundegelegte
log-lineare Dosis-Wirkungsmodell überprüft und gegebenenfalls optimiert
werden. Werden statt G-Werten EC-Werte ermittelt, wächst die sichtbare
Differenz zwischen den verschiedenen Wachstumsraten und Auswertungsverfahren
wesentlich dramatischer, was die vorgestellten Graphiken und die Zahlenwerte
der Tabellen sehr deutlich zeigen. Dementsprechend hoch ist die Brisanz
der unterschiedlichen Absolutwerte für die Bewertung nach einem einheitlichen
Schema von festgelegten Auslöseschwellen (z. B. EC50 als
Maßstab für Toxizität). Generell zeigen derartige Simulationen dementsprechend
die Wichtigkeit der weitgehenden Normierung von Randbedingungen (Testdauer,
absolute Wachstumsraten der Kontrollen) und Auswertungsmethoden zur
Ermittlung vergleichbarer Ergebnisse. Wo eine Normierung nur begrenzt
(absolute Wachstumsrate der Kontrolle) oder gar nicht (Steilheit der
Konzentrations-Wirkungsbeziehung) möglich ist, kann eine Einbeziehung
dieser Testparameter in die Auswertungsmethode u. U. weiterhelfen.
Vergleich Frondzahl - Frondfläche - Trockengewicht Der klassische Wachstumsparameter beim Wasserlinsentest ist die Anzahl aller sichtbaren Fronds (Blätter). Diese läßt sich zwar mit erheblichen Zeitaufwand und begrenzter Reproduzierbarkeit, dafür aber ohne technisches Gerät ermitteln. Nimmt die Zahl der durchgeführten Tests zu und die toxische Hemmung ist gering, wird das manuelle Auszählen der Fronds jedoch bald zum nicht zu unterschätzenden Zeit- und Kostenfaktor. Der Einsatz hochentwickelter Bildauswertungsmethoden ermöglicht die automatische Zählung aller Fronds und eine detaillierte Farbquantifizierung. Gleichzeitig kann durch ein solches System noch die Fläche aller Fronds bestimmt werden. Diese Bestimmung der Frondfläche ist zwar nur mit den Methoden der Bildanalyse möglich, ist dafür aber wesentlich schneller, objektiver und reproduzierbarer meßbar als die Frondzahl.Die Ermittlung der Frondfläche als Beobachtungsparameter hat viele Vorteile für die Testauswertung. Während bei der Frondzählung auch winzige Fronds genauso bewertet werden wie ausgewachsene Mutterfronds, gehen bei der Frondflächenanalyse die Einzelfronds proportional zu ihrer Größe in den Be-obachtungsparameter ein. Dies kommt dem Konzept des Biomasseparameters erheblich näher als die Frondzählung.Sollen die Hemmwerte der Wachstumsrate berechnet und die Testvalidität geprüft werden, so zeigt sich ein weiterer Vorteil der Frondflächenanalyse. Während die Frondfläche praktisch kontinuierlich d.h. mit gleichbleibender Wachstumsrate wächst, nimmt die Frondzahl in den ersten Testtagen mit einer unrealistisch hohen Wachstumsrate zu, sofern der Effekt nicht durch eine Lagphase kompensiert wird. Der Effekt beruht auf einem Testartefakt, da zu Testbeginn nur 3 bis 6 Kolonien mit ausgewachsenen oder zumindest halb ausgewachsenen Fronds eingesetzt werden. Diese schieben dann, durch den Umsetzungsstreß ggf. noch verstärkt, sehr schnell eine große Zahl kleiner Fronds aus den Taschen heraus, was ein extrem hohes Wachstum vortäuscht und aufgrund der kleinen Zahlen außerdem extrem hohe Standardabweichungen erzeugt (Abbildung 1).
Abbildung1: Berechnung der Wachstumsraten für die Frondzahl (a) und die Gesamtfrondfläche (b) für einen 7-tägigen Test mit 5 Parallelen ohne Schadstoffbelastung (Lemna minor, Steinberg Medium).
Abbldung
2: Auswertung eines Wasserlinsentests mit Kaliumdichromat mit den Beobachtungsparametern
Gesamtfrondfläche, Frondanzahl und Trockengewicht. Es wurden jeweils
die Hemmwerte über den Endbiomasse und die Wachstumsrate berechnet.Diese
Verkleinerung der Fronds spiegelt die Frondgrößenverteilung deutlich
wider (Abb. 3). Mit zunehmender Schadstoffkonzentration verlagert sich
das Maximum der Größenverteilung hin zu kleineren Größenklassen.
Abbildung 3: Frondgrößenverteilung eines Tests mit Kaliumdichromat in Abhängigkeit von der Konzentration. Die unterschiedlichen Empfindlichkeiten der Beobachtungsparameter zeigen sich auch deutlich in den ermittelten EC20- und EC50-Werten (Tab. 1). Die höheren EC-Werte, ermittelt auf der Basis der Hemmung der Wachstumsraten, sind eine Folge der Berücksichtigung des exponentiellen Wachstums und der absoluten Wachstumsraten. Die Vorteile der verschiedenen Auswertungsmethoden werden an anderer Stelle ausführlich diskutiert.
Die
EC-Werte liegen für die Frondzahl in Abhängigkeit von der Auswertungsmethode
und des Hemmwertes um den Faktor 1,5 bis 6 höher als bei der Frondfläche.
Das Trockengewicht als klassischer Biomasseparameter führt zu mittleren
EC-Werten, ist also deutlich weniger empfindlich als die Frondfläche.
Dies zeigt erneut, wie der Schadstoffeinfluß zuerst zu einer Kompaktierung
der Fronds führt. Fazit: Mit Hilfe des LemnaTec Scanalysers lassen sich die Beobachtungsparameter Einzel- und Gesamtfrondfläche objektiv, einfach und zerstörungsfrei messen. In Kombination mit der parallel automatisch ermittelten Frondzahl und der Farbanalyse werden die Wachstumsphänomene normkonform und sehr aussagekräftig abgebildet. Dabei führt der Beobachtungsparameter Frondfläche generell zu gleichen oder niedrigeren EC-Werten als die Frondanzahl und das Trockengewicht. Die OECD-Richtlinie und die DIN-Norm für den Wasserlinsentest berücksichtigen diese bildanalytische Weiterentwicklung der Auswertungstechnik.
Für
die Auswertung von Wachstumshemmtests mit annähernd exponentiell wachsenden
Organismen wie Algen und Wasserlinsen bestehen eine Reihe konkurrierender
Auswertungsmethoden. So beschreibt die OECD-Draft „Duckweed growth inhibition
test“ in Analogie zum Algentest für mehrfach messbare Beobachtungsparameter
die Auswertung nach Endbiomasse, Biomasseintegral und Wachstumsrate.
Die ökotoxikologische Aussagekraft und der mathematische Hintergrund
der verschiedenen Auswertungsmethoden wurde an anderer Stelle schon
umfassend diskutiert. Es wurde für die Berechnung von Hemmwerten der
Wachstumsrate gezeigt, dass diese generell niedriger sind, d.h. zu höheren
EC-Werten führen, als die Berechnung mit der Endbiomasse. Die Situation
wird weiter kompliziert, wenn, wie von der OECD-Richtlinie zum Wasserlinsentest
(Entwurf) oder durch die verschiedenen Anforderungsprofile mehrerer
Normen gefordert, mehr als ein Parameter ausgewertet werden sollen.
In Fällen in denen es zu chemikalienbedingten Frond-verkleinerungen
kommt, stellt die Frondfläche gegenüber der Frondzahl den empfindlicheren
Parameter dar. Treten Chlorosen auf, verhalten sich Chlorophyllgehalt
bzw. bildanalytischer Grünwert noch empfindlicher.
Abbildung
1 : Auswertung eines Wasserlinsentests mit Kaliumdichromat mit den Beobachtungsparametern:
Gesamtfrondfläche, Frondanzahl und Trockengewicht. Es wurden jeweils
die Hemmwerte über den Endbiomasse und die Wachstumsrate berechnet.
Abbildung 1 zeigt eine umfassende Auswertung eines Wasserlinsentests
mit Kaliumdichromat, einer häufig verwendeten Referenzchemikalie. Ähnlich
flache Konzentrations-Wirkungsbeziehungen werden besonders bei unspezifischen
Wirkungen z. B. von Abwasserproben beobachtet. Die wichtige Konsequenz
für die praktische Testdurchführung ist, dass es besonders bei flachen
Konzentrations-Wirkungsbeziehungen unmöglich ist, mit den 5 als Minimum
geforderten Konzentrationsstufen einen statistisch abgesicherten EC50-
oder ECx-Wert für alle Beobachtungsparameter und Berechnungsmethoden
zu ermitteln. Sollten gleichzeitig auch NOEC-Werte ermittelt werden,
wird die optimale Festlegung der Konzentrationsstufen noch schwerer
möglich. Einerseits soll zwischen den getesteten Konzentrationsstufen maximal der Faktor 2 (OECD) liegen, andererseits sind für eine valide Berechnung mindestens ein, besser jedoch zwei Werte ober- und unterhalb des gewünschten toxikologischen Endpunktes notwendig. Wird dies nicht eingehalten, oder sogar ohne Werte in diesem Bereich des Endpunkts extrapoliert, entstehen häufig Daten mit sehr großem Vertrauensbereich. Derartige Werte sind für legislative Zwecke ungeeignet. Um die Ergebnisse eines Wasserlinsentests so flexibel zu gestalten, dass damit die Anforderungen verschiedener Auswertungsverfahren bzw. Genehmigungsbehörden, z. B. bei der PSM- und Chemikalienzulassung, mit einem Test erfüllbar sind, ist es deshalb häufig sinnvoll, mehr als 5 Konzentrationsstufen zu testen. Dies erhöht die Zahl der anzusetzenden Proben, verhindert dabei auch die Wiederholung ganzer Testserien, wenn nicht alle Endpunkte ausreichend erfasst wurden. Die zeitintensive manuelle Datenaufnahme und Testauswertung entfällt zugunsten der sehr zeiteffizienten Bildanalyse. Der Einsatz automatischer Bildauswertungssysteme reduziert so die Kosten zusätzlicher Konzentrationsstufen und bezahlt damit die höhere Stellplatzzahl und längere Zeit zum Ansetzen der Zusatzproben. Damit kann die automatische Bildanalyse sowohl den Zeitaufwand jedes Einzeltests reduzieren und gibt die Sicherheit, einen validen Test durchzuführen. Darüber hinaus dokumentiert die Bildanalyse mit dem LemnaTec Scanalyser ohne Mehraufwand auch weitgehende Quantifizierung aller qualitativen Beobachtungsparameter, die bisher aufwendig und ungenau beschrieben werden mußten. Die Speicherung aller Bilder ermöglicht außerdem eine umfassende Qualitäts-kontrolle und erlaubt spätere Zweitanalysen unter anderen Gesichtspunkten.
Die Farbe der Wasserlinsen Die
Farbe von Pflanzen stellt einen wichtigen Parameter zur Beurteilung
des Vitalitätszustandes dar. Deshalb soll neben der Wachstumsgeschwindigkeit,
der Frond- und Koloniegröße auch die optischen Beurteilung der Färbung
der Pflanzen in die Auswertung des Wasserlinsentests mit einbezogen
werden. So zeigen schon hellere Grüntöne der Fronds (Blätter), besonders
aber gelb-chlorotische und graubraun-nekrotische Fronds deutlich, daß
Stoffe direkt oder indirekt negativ auf das Photosynthesesystem einwirken.
Jedoch auch eine Intensivierung des Grüntones, wie sie unter Einsatz
niedriger Triazinkonzentrationen auftritt, kann anzeigen, dass die Pflanze
versucht, Einwirkungen auf ihr Photosynthesesystem zu kompensieren.Diese
graduelle Einstufung der Vitalität durch die Färbung geschieht ohne
bildanalytische Systeme auf drei Wegen:ChlorophyllmessungAm Ende eines
Tests werden die Wasserlinsen in heißem Ethanol zerkleinert, über Nacht
extrahiert, filtriert und dann der Chlorophyllgehalt photometrisch bestimmt.
Das mit erheblichem Zusatzaufwand verbundene Verfahren führt bei genauer
Einhaltung aller Bedingungen und erfahrenem Personal zu einem reproduzierbaren
und empfindlichen Beobachtungsparameter. Da die Messung zerstörend erfolgt,
können hier keine Wachstumsreihen erstellt werden. Nur in Kombination
mit der Frondfläche können Farbvertiefungen oder Chlorosen von einer
Zu- bzw. Abnahme der Bildung von Biomasse unterschieden werden.Qualitative
Bemerkungen im VersuchsprotokollWerden nur Frondzahl und/oder die Gesamtfrondfläche
ermittelt, so muss der Testanwender entsprechend den Normen jede sichtbare
Veränderung der Wasserlinsen qualitativ beschreiben. Die Bewertung ist
mit hoher Subjektivität behaftet und erhöht den Zeitaufwand der Protokollierung
erheblich. Trotz des hohen Aufwandes können derartige Beobachtungen
nicht in die Ermittlungen von G-, EC-, oder NOEC-Werten eingehen und
erlauben nur sehr eingeschränkt eine Rekonstruktion der Beobachtungen.Frondklassifizierung
Um das gleichwertige Zählen gesunder, geschädigter und toter Fronds
zu vermeiden, wurde in amerikanischen Normen festgelegt, daß nur gesunde
Fronds und solche mit mindestens 50 % grüner Fläche als lebend, die
anderen als tot zu zählen sind. Dies führt jedoch in der Praxis zu einer
weiteren Steigerung des Zählaufwandes und zu erheblichen subjektiven
Einschätzungstoleranzen.Was leistet der LemnaTec Scanalyser bei der
Farbanalyse? Bei der reproduzierbaren Erkennung und quantitativen Klassifizierung
von Farben sind Bildanalyseverfahren dem menschlichen Auge weit überlegen.
Aus diesem Grund können die aus dem Bild für jedes Pixel ermittelten
Farben in eine Reihe von gut überschaubaren Auswertungsdaten überführt
werden.Farbklasseneinteilung der Gesamtfrondfläche
Auf der Basis der Pixel aller Fronds werden Farbklassen eingeteilt,
z. B. dunkelgrün (gesund), mittelgrün (gesund aber jünger), hellgrün
(geschädigt), gelb (chlorotisch), braun + grau (nekrotisch). Damit wird
ohne Zusatzaufwand ein objektives quantitatives Bild der Entstehung
von Vitalität der Pflanzen in Abhängigkeit von der Zeit oder der Konzentration
erzeugt. Abbildung 1a zeigt die Anteile der Farbklassen an der Gesamtfrondfläche
für jede Konzentrationsstufe eines Tests mit. Kaliumdichromat. In Abbildung
1b werden alle Flächenanteile auf die Gesamtfrondfläche der Kontrolle
bezogen. Die Graphiken zeigen deutlich, die Zunahme an Chlorosen und
die Abnahme der Gesamtfrondfläche mit steigender Konzentration des Schadstoffes.
Auf der Basis solcher Graphiken lassen sich quantitative Aussagen zur
Färbung/Vitalität direkt und objektiv machen und leicht verständlich
dokumentieren. Abbildung 1: Darstellung der Färbungen der Wasserlinsen bei einem Test mit Kaliumdichromat am Testende nach 7 Tagen, relativ zur Gesamtfläche der Kontrolle bestimmt mit dem LemnaTec Scanalyser. Einzelne FrondsDie Farbklassenermittlung kann genauso für jedes Einzelfrond bzw. zweckmäßigerweise für Frondgrößenklassen erfolgen. Dann können die Farbklassen jeweils eines Testansatzes oder die Mittelwerte einer Konzentrationsstufe über die Frondgrößenverteilung dargestellt werden. Dies ergibt eine wichtige, objektiv dokumentierte und grafisch sofort augenfällige Auskunft darüber, ob und wie kleine (junge) bzw. ausgewachsene Fronds geschädigt werden. Bewertende Reports können damit auf sehr klare, gut dokumentierte Vorgaben aus dem Laborprotokoll zurückgreifen. Abbildung 2 zeigt einen Testansatz mit einem Bodeneluat, bei dem am Testende besonders die jungen Fronds und die sehr großen Fronds stark geschädigt waren.
Neben den klassischen Einsatzfeldern von Biotests in den Bereichen Chemikalienprüfung und Abwasseruntersuchung wird die Untersuchung von Böden - auch in Rahmen des Bodenschutzgesetzes - zunehmend wichtiger. Hierbei werden auch aquatische Organismen wie Algen, Daphnien und Wasserlinsen, einerseits für die Risikoabschätzung des Wasserpfades andererseits aber auch als empfindliche, gut verfügbare und effektive Detektoren, eingesetzt. Wasserlinsen können in einem breiten pH-Bereich auch auf gefärbten und trüben Eluaten, aber auch auf Feststoffsuspensionen eingesetzt werden. Das macht den Wasserlinsentest wesentlich flexibler als den Algentest. Dies gilt völlig analog auch für die Untersuchung von Sedimenten. Der große Vorteil des Wasserlinsentests gegenüber dem Keimungs- und Wachstumstest mit z. B. Kresse ist das homogene Testmaterial. Alle Wasserlinsenpflanzen sind Klone, während bei Saatgut die Herkunft der Charge, die Samengrößenverteilung als auch die generelle Heterogenität des Erbmaterials zu einer großen Standardabweichung innerhalb der Parallelen beitragen. Vergleiche der Empfindlichkeit verschiedener Biotestsysteme sind generell mit Vorsicht zu betrachten (siehe: Empfindlichkeit von Wasserlinsen - Ein Vergleich, LemnaTec 1999-020). Die vorliegenden Untersuchungen deuten darauf hin, daß keines der Testsysteme Alge, Wasserlinse oder Kresse über alle getesteten Stoffklassen hinweg empfindlicher ist als die anderen. Dies kann man problemlos über die unterschiedliche Herkunft als niedere oder höhere Pflanzen und die Zuordnung zu monokotylen und dicotylen Pflanzen erklären. Generell besteht bisher in Biotestbatterien oft eine Lücke im Bereich schneller Tests mit höheren Pflanzen. Hier bieten Wasserlinsen eine effektive Testmöglichkeit. Eine ganze Reihe von Normen (siehe unten) lassen den Einsatz von Bodeneluaten im Wasserlinsentest zu, jedoch nicht in allen Fällen eignet sich das verwendete Nährmedium auch für Bodeneluate. Gute Erfahrungen liegen hierbei mit dem Steinberg-Medium vor, welches zum DIN-Standardmedium werden soll. Weitere Untersuchungen zum Einsatz des Wasserlinsentests mit Bodeneluaten werden zur Zeit im Rahmen des DBU-Projekts "Ökotoxikologische Testbatterien" am Lehrstuhl für Biologie V der RWTH Aachen mit Unterstützung der LemnaTec GmbH durchgeführt.
Eine
SimulationDie
Toxizität eines Stoffes oder Stoffgemisches beruht immer auf der
Wechselwirkung der Stoffe mit dem jeweiligen Organismus. Da Organismen
sehr unterschiedlich strukturiert sind, ist es deshalb nur logisch,
dass sie mit unterschiedlicher Empfindlichkeit (also vergleichbare
Schädigung bei anderen Konzentrationen) auf denselben Stoff reagieren.Vergleiche
der Empfindlichkeit von Organismen werden immer dann durchgeführt,
wenn man das Ziel hat, Stoffe in möglichst niedrigen Konzentrationen
zu detektieren, oder z. B. in Biotestbatterien das toxische Potential
von Stoffen oder Stoffgemischen auf die Umwelt zu bewerten. Abb. 1: Einfluss der absoluten Wachstumsrate der Kontrolle und der Testdauer auf die Hemmung des Biomassezuwachses bei einer konstanten Hemmung der Wachstumsrate von 20 %. Abb. 2: Einfluß der absoluten Wachstumsrate der Kontrolle und der Testdauer auf die Hemmung des Biomassezuwachses bei einer konstanten Hemmung der Wachstumsrate von 50 %. Um einen quantitativen Eindruck diese Phänomens und seiner Auswirkung auf die Bewertung von Vergleichsstudien zu bekommen, wurden einige Vergleichsszenarien ausgewählt und numerisch Hemmwerte simuliert. Ziel war die Beantwortung der Frage, wie weit sich die Vergleichsergebnisse auf der Basis des im Einzeltest sensibleren Biomassezuwachses von den Werten der ökologisch relevanten, aber in Einzeltests weniger sensiblen Wachstumsrate, unterscheiden.Drei Vergleichsszenarien wurden aus der Literatur ausgewählt. Wasserlinsen- und Algentest mit jeweils 4 Tagen Dauer (Modell W4A4, Fairchild et al. 1997), ein 7 Tage Wasserlinsentest gegen einen eintägigen Algentest (Modell W7A1, Grossmann et al. 1992) und Tests nach OECD-Normen, Alge (3 Tage) gegen Wasserlinse (7 Tage)(Modell W7A3). In allen Fällen wurde nach Biomassezuwachs ausgewertet, wobei Biomasseintegrale generell zu sehr ähnlichen Ergebnissen geführt hätten (Nyholm 1985).Abbildung 3 stellt die Abhängigkeit der Hemmung von der Wachstumsrate der Kontrolle für beide Tests mit jeweils 4 Tagen Dauer dar (Modell W4A4)). Die Hemmung des Biomassezuwachses verändert sich besonders für Algen im Bereich der in der Praxis vorkommenden Wachstumsraten sehr erheblich. So kann eine Hemmung der Wachstumsrate von 20 % zu einer Hemmung des Biomassezuwachses für Algen zwischen 57 (µ = 1,0 d-1) und 77 % (µ = 1,8-1) führen. Beim Vergleich beider Organismen bei mittlerer Wachstumsrate unterscheiden sich die Hemmwerte um 35 % für den EC20- und 30 % für den EC50-Wert. Dies führt bei steilen Konzentrations-Wirkungsbeziehungen EC-Werten (Biomassezuwachs) für Wasserlinsen, die um Fakor 2 höher sind als die der Algen bei gleicher Hemmung der Wachstumsrate. Bei flachen Konzentrations-Wirkungsbeziehungen kann sogar bis Faktor 7 der EC-Konzentrationen zwischen Wasserlinsen und Algen liegen, obwohl über die Wachstumsrate der gleiche EC-Wert ermittelt worden wäre. Abb. 3: Abhängigkeit der Hemmung des Biomassezuwachses von der Wachstumsrate der Kontrollen für Wasserlinsen (links) und Algen (rechts) für das Modell W4A4 (Wasserlinsentest 4 Tage, Algen 4 Tage) Schon die wenigen Beispiele demonstrieren, dass nur auf der Basis von Wachstumsraten wissenschaftlich fundierte Vergleiche von Empfindlichkeiten verschiedener Organismen möglich sind. Studien auf der Basis von Biomasseintegralen oder Biomassezuwachs sind dagegen völlig wertlos, wenn nicht zumindest die jeweilige Wachstumsrate der Kontrollansätze und die Steilheit der Konzentrations-Wirkungsbeziehung mit angegeben werden. Am Beispiel des Algentests wird aber auch deutlich, dass schon bei einer Art aber verschiedenen, von den Normen zugelassenen, Wachstumsraten die dadurch bedingten scheinbaren Sensibilitätsunterschiede sehr groß werden können. Damit führt dieses Szenario von seiner Struktur her dazu, Toxizitäten gegenüber Algen weit höher zu bewerten als solche gegenüber Wasserlinsen. Bei Tests mit 16 Herbiziden und Lemna minor und Selenastrum war dennoch nach der Berechnung des Biomassezuwachses die Wasserlinse bei 8 Stoffen „empfindlicher“. Ein direkter Empfindlichkeitsvergleich über den Biomassezuwachs zwischen Lemna (4 Tage), verschiedenen Algen (4 Tage) und wurzelnden submerse Makrophyten einschließlich eines Rankings für 4 ist deshalb nicht angemessen (Fairchild et al. 1997). Werden dagegen Tests nach dem Szenario W7A1 auf Biomassezuwachsbasis verglichen, schneiden Wasserlinsen tendenziell 2 – 10 % „empfindlicher“ ab als Algen (Abbildung 4). Dies zeigen auch die Studienergebnisse, bei denen die Wasserlinse bei 8 Pestiziden immer gleich empfindlich oder empfindlicher war als die Algen (Grossmann et al.1992). Das Ergebnis wird also auch hier durch das Testdesign schon fast erzwungen. Abb. 4: Abhängigkeit der Hemmung des Biomassezuwachses von der Wachstumsrate der Kontrollen für Wasserlinsen (links) und Algen (rechts) für das Modell W7A1 (Wasserlinsentest 7 Tage, Algen 1 Tag)
Abb. 5: Abhängigkeit der Hemmung des Biomassezuwachses von der Wachstumsrate der Kontrollen für Wasserlinsen (links) und Algen (rechts) für das Modell W7A3(Wasserlinsentest 7 Tage, Algen 3 Tage). Je
nach Wachstumsrate kann die Hemmung des Biomassezuwachs innerhalb
eines Systems um bis zu 18 % unterschiedlich sein - bei konstanter
Hemmung der Wachstumsrate. Je nach Steilheit der Konzentrations-Wirkungsbeziehung
können eine 18 % höhere Hemmung im Algentest die Konzentration des
betreffenden EC-Wertes zwischen Faktor 1,5 (steile Konzentrations-Wirkungsbeziehung,
wie z. B. 3,5-DCP) und Faktor 4 (flache Konzentrations-Wirkungsbeziehung,
wie bei Kaliumdichromat) gegenüber dem EC-Wert des Biomassezuwachses
für Wasserlinsen erniedrigen.
Abb. 6: Abhängigkeit der Hemmung des Biomassezuwachses für eine Hemmung der Wachstumsrate von 20 % (links) und 50 % (rechts) von der Wachstumsrate der Kontrollen für Wasserlinsen (in Graphik links) und Algen (in Graphik rechts) Werden dagegen Wachstumsraten als Basisgröße ermittelt, treten weder Vergleichsprobleme zwischen Tests mit einem Organismus noch mit mehreren Organismen auf. Dafür liegen jedoch die EC-Werte für exponentiell wachsende Systeme aus mathematischen Gründen höher als die entsprechenden Werte auf Basis von Biomassezuwachs oder Biomasseintegral.Bis es einen breiten Konsens über die angemessene Art der Auswertung gibt, sollten deshalb wissenschaftliche Ergebnisse und Testresultate so dokumentiert oder veröffentlicht werden, dass entweder sofort alle Auswertungsverfahren angewendet werden oder die Rohdaten für eine nachträgliche Bewertung einfach zugänglich sind.
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LemnaTec
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